Mittwoch, 26. Februar 2014

“One day baby, we'll be old”

Generationen unterstützt Euch!

Als unser Sohn vor knapp acht Jahren geboren wurde und ich anfangs mit einem Schreibaby – gerade tagsüber, wenn mein Mann nicht da war –  ziemlich überfordert und von jeglicher „Intuition“ verlassen war, war es nicht selten unsere Uroma, die mich liebevoll aufgefangen hat. Dann, als sich alles ein bisschen eingespielt hatte, war ich manchmal froh, das Baby kurz bei ihr lassen zu dürfen, um mal alleine in den 200 Meter entfernten Supermarkt einkaufen gehen zu können. Im Gegenzug habe ich für sie den Einkauf mit erledigt und die schweren Sachen bei ihr zuhause gleich verstaut. Ich habe viel von ihr gelernt und ihr dafür ein bisschen meiner Zeit geschenkt. Gerade für sie, die all die Jahre zuvor in der familieneigenen Metzgerei mitgearbeitet hatte, war es schwer, nicht mehr so richtig gebraucht zu werden.

Ich denke, so geht es vielen älteren Menschen. In unserem Alter weiß man gar nicht, wo man die Zeit hernehmen soll, um alles zu schaffen und irgendwann hat man zu viel davon. Der Tag wird zu lang. Gerade deshalb bin ich ein großer Verfechter von Mehr-Generationen-Häusern. Das sind Häuser, in denen unterschiedliche Generationen zusammen leben oder sich regelmäßig treffen. Ältere Menschen übernehmen dort nicht selten die Kinderbetreuung oder auch die Hausaufgabenhilfe, die Eltern der Kinder erledigen beispielsweise Einkäufe oder Fahrdienste für die Älteren. Wir Generationen können und sollten uns gegenseitig unterstützen, egal ob mit Taten oder Worten. Gerade in einer Zeit, in der es die klassische Großfamilie unter einem Dach nicht mehr gibt. Wir können nur voneinander profitieren.

Eine Idealvorstellung? Ja! Aber eine, die Realität werden kann. Es gibt bereits Mehrgenerationen-Projekte, die sehr gut funktionieren. Ich finde es wichtig, diese auszubauen und neue zu planen.

Mit unserer Uroma verbringen wir mittlerweile einfach so viel Zeit wie möglich und unterstützen sie, wo es geht. Weil wir ihr ein bisschen von dem zurückgeben möchten, was sie immer für uns getan hat.